26. September 2022

Nach einer erneut von Covid-19 geprägten Saison endete stark verspätet mit einer Doppelrunde die Oberliga-Ost mit Mannschaften aus Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die erste Mannschaft des Schachclubs Freibauer Mörlenbach belegte nach je knapper Niederlage und Sieg noch den dritten Tabellenführer.

Gegen den Überraschungstabellenführer SV Wiesbaden 85 war im ersten Spiel der Doppelrunde deutlich mehr für die Weschnitztäler zu holen. Beide Mannschaften traten, teilweise nach erneuten Covid-19 Infektionen mit vielen Ersatzspielern an. Mörlenbach-Birkenau kam besser aus den Startlöchern. Michael Wrede erreichte am siebten Brett Angriff gegen den schwarzen König, verlor jedoch nach 3h die bis dahin klare Linie in seinem Spiel und willigte in ein Unentschieden ein. Unter anderen Vorzeichen verlief die Partie von Sohrab Kohani am 8. Brett , der lange Zeit mit dem Rücken zur Wand stand und dann ein Remisangebot seines Gegners annahm. Wie sich kurz nach der Partie herausstellte, hätte er in der Schlussstellung durch eine dreizügige Kombination noch gewinnen können. Noch ungünstiger verlief die Partie von Christian Böhmer, der diesmal ausnahmsweise am dritten Brett gegen einen an für sich sehr starken Gegner hatte. Diesen hatte er jedoch mehr als 3 Stunden im Griff und konnte sich sogar klaren positionellen Vorteil erarbeiten. Eine Unachtsamkeit bei einem Abtausch drehte jedoch die Partie. Christian Böhmer verlor Zug um Zug Stellungsanteile und musste sich am Ende mit deutlichen Materialnachteil entnervt geschlagen geben. Etwas Glück dagegen konnte Heiko Felgendreher an Brett 2 verbuchen. Dessen Gegner vergab durch eine Reihe von nachlässigen Zügen seine vorteilhafte Stellung, Heiko Felgendreher konnte geschickt kontern und bewies im Endspiel eine klare Partieführung, die ihm einen nicht unverdienten Sieg einbrachten.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 2.5 zu 2.5, drei der acht gespielten Partien gingen in die Verlängerung. Peter Klings hielt in dieser Phase die Freibauern mit einem hart erkämpften Remis an Brett 4 im Spiel. Sergey Galdunts hatte am Spitzenbrett eine aussichtsreiche Position verspielt. Es gelang ihm aber durch geschicktes Spiel Materialnachteil wett zu machen und den Gegner in ein weiteres Unentschieden zwingen zu können. Der Unglücksrabe an diesem Tag war Michael Schäfer an Brett 6, der in einem Turmendspiel ein ausgeglichene Stellung hatte, nach einer Reihe von leichten Ungenauigkeiten und langer fast 7h-iger Spielzeit dann aber verlor. Eine undankbare knappe 3,5 zu 4,5 bedeuteten einen weiteren kleinen Nackenschlag für die eigentlich spielstarken Freibauern.

Der nächste Morgen brachte in der Schlussrunde gegen den SV Griesheim eine Reihe von schnellen Remis an fünf Brettern. Nicht untypisch für eine solche Schlußbegegnung, bei der es für beide Mannschaften um nicht mehr viel ging, einigten sich Paulus Wohlfart, Heiko Felgendreher, Peter Klings, Michael Wrede und Sergey Galdunts nach 30 bis 90 Minuten friedlich mit ihren Gegenspielern. In den drei verbleibenden Spielen wurde dann jedoch noch sehr lange gespielt. Babak Arani Far kam am 8. Brett der Freibauern zum seinem persönlich ersten Einsatz in der Oberligamannschaft, und war nach einer durchwachsenen Eröffnung eher leicht im Nachteil. Unachtsam ließ sein Gegner einen Königsangriff zu und wurde vom Weschnitztäler mit einem Damenopfer in ein Mattnetz gezogen. Den Mannschaftssieg machte Christian Böhmer am dritten Brett fest, nachdem diesem mit großer Achtsamkeit seinen Vorteil stetig ausbauen und auch verwerten konnte. Wermutstropfen an diesem Tag war die erneute Niederlage von Michael Schäfer, der sehr ambitioniert in die Partie gestartet nach, eine taktische Falle seines Gegenübers in fortgeschrittener Stellung übersah und dann nicht mehr genügend gegensteuern konnte. Der verdiente, wenn auch knappe Sieg brachte den Freibauern den dritten Tabellenplatz ein, der einigermaßen für eine schwierige Saison mit vielen Corona-bedingten Spielverlegungen versöhnte. Den ersehnten Aufstieg in die zweite Bundesliga mussten die Weschnitztäler nach knappen Niederlagen früh abhaken. Aber das Potential ist in der Mannschaft nach wie vor sehr hoch.

Meister und Aufsteiger wurde am Ende der SV Oberursel, der in der Schlussrunde im Fernduell mit dem SV Wiesbaden diese noch abfangen konnte. Als Absteiger stehen mit dem SV Gera und Medizin Erfurt zwei thüringische Mannschaften fest.

Christian Böhmer in der Schlussrunde am dritten Brett (mit den schwarzen Steinen). Während er am Vortag seinen Gegner noch entschlüpfen ließ, zog er diesesmal konsequent durch und gewann seine Partie überzeugend.

Babak Arani Far spielt in der Saison zum erstenmal für die Freibauern und kam in der Schlussrunde zu seinem ersten (erfolgreichen) Einsatz in der ersten Mannschaft. Hier sieht man ihn links im Bild mit den weißen Steinen, nachdem er gerade den gegnerischen König durch ein schönes Damenopfer in ein Mattnetz hinziehen konnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.