30. Mai 2024

Einen äußerst ungünstigen Verlauf nahm für die zweite Mannschaft des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau die letzte Runde in der diesjährigen Saison der Landesklasse-Süd. Erst schrammte die Mannschaft trotz großen Kampfgeistes im eigenen Heimspiel gegen die Spielgemeinschaft Rödermark/Eppertshausen am eigentlich verdienten Sieg vorbei. Dann kam sehr spät die Nachricht, dass durch einen so nicht erwarteten 5:3 Sieg des Schachclubs Babenhausen in Bensheim, die Babenhäusener noch im allerletzten Moment in der finalen Tabelle an den Freibauern vorbeizog und die Weschnitztäler zum Absteiger degradierte.

Im Heimspiel trafen die Freibauern auf eine Spielgemeinschaft aus Rödermark/Eppertshausen, die zu diesem Zeitpunkt schon alle Abstiegssorgen hinter sich hatte und trotzdem in Fast-Bestbesetzung antrat. Die Freibauern wussten von Anfang an, dass nur ein Sieg die Hoffnung auf einen Klassenerhalt deutlich erhöhten und versuchten in noch bestmöglicher Aufstellung dagegenzuhalten. Durch eine doch überraschende kampflosen Sieg am 2. Brett gingen die Weschnitztäler nach 1h in Führung. Steve Schiffer wartete vergeblich auf seinen aufgestellten Gegner, der ohne Angabe von Gründen nicht antrat. Die Anspannung und der Druck merkte man dem Gastgeber trotzdem deutlich an. Sie führten dazu, dass die hinteren drei Bretter in den ersten drei Spielstunden alle Remis endeten, teilweise in ausgeglichenen Stellungen, teilweise aber auch mit leichten Stellungsvorteilen bei den Freibauern. Der 2.5 zu 1.5 Zwischenstand brachte die Mannschaft zwar dem erhofften Gesamtsieg näher, erhöhte aber auch die Gefahr bei einem Ausrutscher bei weniger noch laufenden Spielen alles zu verlieren. Einen ersten solchen Moment erlebte vorübergehend Paulus Wohlfart am Spitzenbrett gegen Andreas Tennstedt. Paulus Wohlfart hatte zu diesem Zeitpunkt mit Schwarz einen minimalen Eröffnungsvorteil erspielen können, warf dann aber alles innerhalb weniger Züge über den Haufen. Im Folgenden kämpfte er nur noch darum die Partie nicht sang- und klanglos zu verlieren. Es gelang ihm einen Qualitätsnachteil durch aktives Spiel mit dem Läuferpaar zu kompensieren. Als die Stellung nicht mehr klar war, bot er seinem unsicheren Gegner Remis an, was dieser nach kurzer Bedenkzeit annahm.

Stefan Weber hatte sich am Brett 5 ebenfalls mit den schwarzen Steinen in der Eröffnung mutig und korrekt einen Bauern geopfert. Den materiellen Nachteil glich er durch viel Figurenspiel aus. Der Gegner musste viel Bedenkzeit investieren, die in an den Rand der Zeitnot brachte. Stefan Weber gelang es nicht, beide Faktoren in einen Erfolg umzumünzen. Der immaterielle Vorteil ging immer weiter verloren und der Gegner nahm in fast stoischer Ruhe immer mehr Material vom Brett. Am Ende gelang den Rödermarkern dadurch der Ausgleich zum 3:3 Zwischenstand.

Hochdramatisch verliefen dann die beiden letzten offenen Partien. Olaf Brust hatte an Brett 4 eine unklare Stellung mit beiderseitigen Chancen. Äußerst mutig warf er die letzten Reserven noch vorne und setzte den Gegner in einer wahren Zeitnotschlacht einen Zug vor der Zeitkontrolle zum 40. Zug Schachmatt. Der Freude über die 4:3 Führung wich jedoch nach wenigen Minuten einer betretenen Stille, als Sohrab Kohani seine Stellung am 3. Brett nicht halten konnte und durch ein Versehen im an und für sich noch unklaren Endspiel eine Figur und die Partie einstellte. Bis wenige Züge vor Schluss, hatte er seinem Gegner immer wieder große Probleme bereitet, konnte jedoch nicht den entscheidenden Durchbruch finden und biss sich an dessen Verteidigung immer wieder die Zähne aus. Insgesamt endete der Wettkampf 4:4 und viele Freibauern ahnten bereits zu diesem Zeitpunkt bereits, dass dies für den Klassenerhalt nicht reichte. Dies bestätigt sich spät, als die Nachricht vom Sieg der Babenhäuser in Bensheim im Netz veröffentlicht wurde. Zwar belegten damit in der Abschlusstabelle drei Bergsträßer Mannschaften Spitzenpositionen in dieser Klasse, aber die vierte Mannschaft aus diesem Schachbezirk konnte sich nicht halten.

Die weitern Ergebnisse der 9ten und letzten Runde in der Landesklasse Süd. Der designierte Meister aus Bickenbach siegte auch im letzten Spiel gegen den SV Kelsterbach hoch mit 6.5 zu 1,5. 
Der SC Lorsch und Steinbach trennten sich äußerst friedlich mit einem 4:4. Alle Partien endeten hier schnell mit einem Remis. Frankfurt-West unterliegt äußerst knapp mit 3.5 zu 4.5 dem Hattersheimer Schachclub. Die SG Bensheim-2 unterliegt mit 3:5 den Babenhausen. Bickenbach steigt in die Verbandsliga auf. Lorsch-1 und Bensheim-2 halten sich in Spitzenpositionen. Dagegen steigen Mörlenbach-Birkenau-2, Frankfurt-West und Kelsterbach ab. So dramatisch verlief selten eine Saison in der Landesklasse Süd. Nicht nur, dass Bickenbach mit nie gesehener Dominanz zum Meistertitel durchmarschiert. Sieben Mannschaften sind am Ende nur durch 2.5 Brettpunkte getrennt. Von insgesamt möglichen 72 Brettpunkten, holt die zweitplazierte Mannschaft nur die Hälfte (36 Punkte) und erzielt damit nur etwas mehr als zwei zusätzlich gewonnene Partien als der die Tabellenvor- und Tabellendrittletzter.

Die Abschlusstabelle

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