Siegerehrungen für Jugendturniere nach der Sommerpause nachgeholt

Vor der Sommerpause fanden im freitäglichen Training der Schachschüler zwei Turniere statt. Die beiden Turniere waren nach Leistungsniveaus eingeteilt, im „Titanenturnier“ spielten die erfahreneren Schüler, während das „Junior“ Turnier für Schachschüler mit weniger Erfahrung angesetzt waren. Die Partieergebnisse in beiden Turniere wurden nach einer schwedischen Methode wie folgt bewertet: Der Sieger einer Partie erhält 3 Punkte, der Verlierer immerhin noch 1 Punkt. Bei einem Remis gab es 1.5 Punkte. War ein Spieler im Jugendtraining nicht anwesend wurde die Partie für ihn mit 0 Punkten gewertet. Mit dieser aufgegliederten Wertung sollte nicht nur die Leistung, sondern auch die Anwesenheit im Training Rechnung getragen werden und die Jugendlichen so ermutigt werden, möglichst immer am Training teilzunehmen.

Eine weitere Besonderheit war der Versuch, reale Turnierbedingungen wie sie auch bei Schachturnieren üblich sind, in der Trainingsumgebung umzusetzen. Oft wird in solchen Trainings von den Schüler viel gesprochen. Der Lärmpegel ist entsprechend hoch. Während der Partien herrschten jedoch klare Regeln: Wer sprach oder irgendwie anders störte, erhielt eine Verwarnung, beim zweiten Mal wäre dann die Partie gegen den Störenfried gewertet worden. Während es doch gelegentlich zu Verwarnungen war, musste die Partiestrafe nie eingesetzt werden.

Im „Chess Junior“ Turnier gingen insgesamt 8 „Minis“ an den Start, wobei fünf der acht Jugendlichen immer im Training anwesend waren und damit jede Partie am Brett auch entschieden. Amadeus belegte den dritten Platz, Mattis kam auf Platz 2 und Güney sicherte sich mit 5 Siegen bei zwei Niederlagen den Turniersieg. Güney zeichnete sich durch sein klares Spiel aus, was ihm half auch in kritischen Situationen einen ruhigen Kopf zu bewahren. Dafür erhielt er am Ende verdient als Buchpreis ein Anfängerbuch des bekannten englischen Schachgroßmeisters John Nunn.

Im „Chess Titans“ Turnier gingen die bereits etwas erfahreneren Jugendlichen an den Start. Hier gab es zusätzlich zur speziellen Partiewertung eine zweite Besonderheit. Das Turnier wurde als Handicapturnier gespielt. Um doch die vorhandenen größeren Leistungsniveaus der Teilnehmer etwas auszugleichen, wurden verschieden Ränge eingeführt, die man im Golf als Handicaps bezeichnen würde. Der „Sumo Rang“ „Yokozuna“ bekamen die besten Jugendlichen gefolgt von den drei weitern Rängen „Ozeki“, „Maegashira“ und „Juryo“. Traf ein spielstärkerer Yokozuna auf einen schwächeren Rang, so musste er ein Handicap im Kauf nehmen. In der Regel bekam der schwächere Spieler mehr Bedenkzeit.

In diesem Titanenturnier setzte sich Nikol durch. Sie verwies am Ende die eigentlich favorisierten Spieler Franz und Benjamin auf die weiteren Podiumsplätze, wobei sie gegen beide auch ihre Partien gewann. Am Ende war entscheidend, dass sie 5 von 6 Partien gewinnen konnte. Ihr kam sicherlich auch ihre hohe Konzentrationsfähigkeit zu Gute, die ihr half die Partien ohne zu große Fehler durchzuspielen.

Bild: Nikol und der Übungsleiter bei der jetzt nachgeholten Siegerehrung im Schach-Titanen-Jugendturnier, dass vor der Sommerpause stattfand. Für ihren ersten Platz erhielt Nikol ein Schachbuch mit ihren Lieblingseröffnung, dem Londoner-System

Dass sich Nikol am Ende gegen die anderen Jugendlichen behaupten konnte, ist ein ermutigendes Zeichen, dass auch Mädchen im Schach erfolgreich sein können. Oft sind sie gegenüber gleichaltrigen Jungen dadurch im Vorteil, dass sie fokussierter und zielstrebiger an Herausforderungen angehen und auch Rückschläge resilienter verarbeiten. Sie arbeiten während des Trainings auch sehr konstant die ihnen gestellten Aufgaben ab. In unserem Schachklub gibt es die erfreuliche Tendenz, dass immer mehr Mädchen freitags ins Schachtraining kommen. War dies bis vor drei Jahren noch die Ausnahme, sind es jetzt immerhin bis zu 7 Mädchen, die bei uns regelmässig trainieren. Für die Verantwortlichen bedeutet dies jedoch auch, nach Möglichkeiten zu suchen, die Mädchen gezielter zu fördern und zu ermutigen am Ball zu bleiben, oder besser bei den Schachfiguren.

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