Mühsames 4:4 in der Hessenliga gegen Eppstein

Wer sich an diesem Sonntag seinen Weg durch die Kunst-Handwerk-Ausstellung im Bürgerhaus zu den Schachspielern im Keller gebahnt hat, der kann sich ein Hessenligadrama zwischen den Freibauern und den Schachfreunden aus Eppstein ansehen. 

Eppstein kommt nahezu in Bestbesetzung, sprich mit drei ungarischen Legionären. Nach 5 Stunden Kampf sieht das dann so aus: 

BrettFreibauer Mörlenbach 1SVG Eppstein 1Brettpunkte
1Galdunts, Sergey Popovics, Adam Â½:½
2Legde, Georg Berebora, Ferenc 1:0
3Schneider, Heiko Marschner, Thomas Â½:½
4Böhmer, Christian Doluhanova, Evgeniya 0:1
5Wrede, Michael Steyer, Bernd Â½:½
6Wohlfart, Paulus Raab, Peter 1:0
7Schiffer, Steve Kreiling, Carsten 0:1
8Schäfer, Michael Zweschper, Erich Â½:½

Der Kampf beginnt mit einem schnellen Remis zwischen Michael Wrede und Bernd Steyer, was nach der Eröffnung nicht unbedingt zu erwarten war. Bernd Steyer legt in einer französischen Verteidigung ziemlich wild am Königsflügel los und zwingt den schwarzen König auf Wanderschaft, aber der findet ein halbwegs ruhiges Plätzchen am Damenflügel und das veranlasst den Weißen, in einer wahrscheinlich immer noch aussichtsreichen Stellung ein Remisangebot zu platzieren, dass Michael lieber mal annimmt. Und auch Sergey Galdunts und der ungarische IM Popovics vereinbaren bald darauf in einer ziemlich verrammelten Stellung ein leistungsgerechtes Unentschieden. 

Zu diesem Zeitpunkt muss man sich leider Sorgen um die Weschnitztäler machen, den Christian Böhmer steht an diesem Tag neben sich. Gegen die Damengroßmeisterin Doluhanova hat er vor zwei Jahren noch einen blitzsauberen Sieg hingelegt, dem er diesmal eine ebenso blitzsaubere Null folgen lässt. Christian weiß bei der Nachbesprechung bei unserm Stammgriechen auch nicht so recht, was mit ihm heute los war, ein schlechter Zug nach dem anderen, überall Löcher und da springt die Schwarze voller Freude hinein. Reden wir von was anderem…

Bei Heiko und Michael gibt es ausgekämpfte Remisen. Heiko steht in einem krummen Sizilianer zwischendurch etwas verdächtig, fummelt sich dann aber raus, aber das nachfolgende Remisangebot seines Gegners kann er nicht gut ablehnen. Michael hat nach der Eröffnung meines Erachtens Vorteil, aber unterschätzt das schwarze Gegenspiel und landet am Schluss in einem totremisen Läuferendspiel. 

Die noch laufenden drei Partien sind ziemlich dramatisch. Steve Schiffer hat die Eröffnung vermurkst und steht die ganze Zeit unter Druck, hält aber bravourös dagegen und scheint lange noch Remischancen zu haben. Paulus Wohlfahrt und ich müssen also gewinnen, damit ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden noch möglich sind, und das sieht ganz gut aus. Ich habe schon ausgangs der Eröffnung aufgrund eines taktischen Tricks eine Qualität mehr und Michael setzt seinen Gegner am Königsflügel gewaltig unter Druck, bis dieser zur Vermeidung von Matt die Dame gegen unzureichendes Material opfern muss. Den technischen Teil erledigt Paulus dann mit einem nach vorne stürmenden König, der sich am Mattsetzen konstruktiv beteiligt, eindrucksvoll. Chapeau! 

Mittlerweile habe auch ich gegen Ferenc Berebora meinem Materialvorteil in einen Punkt umwandeln können, obwohl es am Schluss noch einmal unnötig knapp wurde, aber – frei nach Sepp Herberger – entscheidend ist, was am Schluss rauskommt.

Leider reichts aber nicht mehr zum Mannschaftssieg, denn Steve muss sich nach über 5 Stunden dann doch geschlagen geben. 

Und so stellen wir uns beim anschließenden Abendessen beim nahegelegenen Griechen die Weltfrage: Ist das Glas nun halbleer oder halbvoll? Schwer zu sagen. Mit dem 4-4 ist uns jedenfalls nicht wirklich geholfen – mit 2-4 Punkten hängen wir weiter in den unteren Tabellenregionen fest. In zwei Wochen geht es schon weiter beim Aufsteiger in Fulda. Wir brauchen Punkte…

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