Christian und ich sind beide heute mit hängenden Köpfen in die Betten gekrochen. Christian kam gegen einen jungen polnischen Spieler mit 2300 ELO, seine Stellung sah zwischendrin recht vernünftig aus. Dann aber eine recht schnelle Niederlage aufgrund eines seltenen Fauxpas – Christian stellte einzügig die Partie ein.
Ich selbst spürte den ganzen Tag Schachmüdigkeit in meinem Knochen – vielleicht auch ein wenig Lagerkoller bei immer den gleichen Abläufen eines langen Turniers. Mein Gegner hat ca 2260 DWZ, ist 26 Jahre alt. Es gibt nur relativ wenig Partien von ihm, am Ende waren es 80 Partien die ich finden konnte. Aus denen geht hervor, dass er 2023 von 1.e4 auf 1.d4 wechselte und setidem das „Michael Schäfer System“ spielt. Sein Stil in den bisherigen Partien war eher auf solides Spielen ausgelegt. Remis nimmt er nicht an. Notfalls verliert er. Ich probiere es seit langem wieder mit einem königsindischen Aufbau und halte die Partie fast 4h lang offen. In beiderseitiger Zeitnot übersehe ich nach Damentausch, dass wahrscheinlich einer meiner Figuren vom Brett wegfliegt und finde bei enger Restbedenkzeit nicht mehr die richtige Fortsetzung. Danach bin ich leer und enttäuscht.
Christian probiert es am Abend noch mit dem von ihm heißgeliebten Blitzturnier im Käfer-Versorgungszelt. Nach einem Stichkampf in der Vorgruppe gelingt ihm knapp der Einzug ins A-Finale, dort wird er mit 2 aus 5 insgesamt vierter – die ersten 3 bekommen Preise 🙂
Ich selbst beschliesse nach der Partie, morgen einmal auszusetzen. Bis zur sechsten Runde, und die ist morgen, können Spieler ein „bye“ nehmen. Ich kann mir zwar noch nicht genau vorstellen, was ich alternativ hier machen kann, vielleicht einfach mal die Seele baumeln lassen und beim Schach später nur zuschauen. Oder eine „Alm“ besteigen, wenn es nicht zu nebelig ist.
