Mörlenbach. Mit einer 3 : 5-Niederlage gegen den Frankfurter TV startete am vergangenen Wochenende die erste Mannschaft des SC Freibauer Mörlenbach-Birkenau in die neue Hessenliga-Saison 2026/27. Mehr als vier Stunden lang, von 14 bis 18.30 Uhr, wurde am Sonntag im heimischen Spiellokal im Bürgerhaus Mörlenbach um jeden Punkt gerungen – an sechs der acht Bretter gegen nominell stärkere Frankfurter Gegner. Leider verfolgte nur ein einziger Zuschauer die sehr spannenden und lehrreichen Partien.
Der Wettkampf war lange offen – das finale Ergebnis spiegelt wenig den Verlauf wieder. Vier Partien endeten remis, und gleich drei Niederlagen entschieden sich erst in der Schlussphase innerhalb weniger Züge: Heiko Schneider hielt am dritten Brett bis zum 39. Zug das Gleichgewicht, Michael Wrede stand am vierten Brett bis kurz vor Schluss zufriedenstellend, und auch Joshua Firus zeigte am siebten Brett sehr dynamisches Schach. Am Ende gab jeweils ein einziger Zug den Ausschlag – leider nicht zugunsten der Freibauern.
Der einzige volle Punkt gelang Georg Legde am zweiten Brett. Seine Partie gegen Markus Kania war die spektakulärste des Tages: Ab dem 10. Zug erspielte sich Legde durch eine geschickte Zugfolge in der Eröffnung einen klaren Vorteil. Sein Gegner stand bereits nach zwei Stunden auf Verlust, spielte aber immer weiter, um das Ende für seine Mannschaft möglichst lange hinauszuzögern – bis es wirklich nicht mehr ging. Solide Vorstellungen lieferten auch die weiteren hinteren Bretter: Michael Schäfer an Brett sechs und Lasse Schwabedissen an Brett acht remisierten gegen wertungsstärkere Gegner.
Beim Stand von 2 : 4 aus Mörlenbacher Sicht liefen nach der ersten Zeitkontrolle nach 4h Stunden Gesamtspielzeit noch zwei Partien. Sergey Galdunts hatte sich am Spitzenbrett durch langwieriges Lavieren einen Vorteil erarbeitet, der sich bei knapper Bedenkzeit jedoch in Luft auflöste; eine Punkteteilung im nicht mehr gewinnbaren Turmendspiel war die logische Folge. Auch Paulus Wohlfart hatte sich an Brett fünf zwischen dem 25. und 35. Zug durch riskantes Spiel einen deutlichen Vorteil erspielt. Sein Gegner fand jedoch in der Zeitnot feine taktische Gegenschläge, sodass die Stellung nach der Zeitkontrolle optisch sogar für ihn besser aussah. Der Mörlenbacher wickelte jedoch technisch sauber ins Unentschieden ab.
Letzten Endes wurde der Wettkampf verloren, weil die Frankfurter in der „Crunchtime“ nach knapp drei Stunden Spielzeit die weitaus bessere Chancenverwertung zeigten als die Weschnitztäler, aus weniger „Torchancen“ machten sie einfach mehr „Tore“ um in der Fussballsprache zu bleiben. In zwei Wochen spielen die Freibauern in der zweiten Runde beim Aufsteiger Wiesbadener SV II und können dann versuchen die Auftaktniederlage wettzumachen.

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