In der Bezirksoberliga hatten die Freibauern Mörlenbach/Birkenau die Schachfreunde Heppenheim zu Gast. Die Heppenheimer waren nur mit sechs Spielern angetreten, so daß die Freibauern bei Spielbeginn schon 2:0 in Führung lagen. Babak Arani Far spielte wieder einmal am Spitzenbrett seine ganze Klasse aus. Nach einigen taktischen Finessen wählte er die lange Rochade, um am Königsflügel einen unwiderstehlichen Angriff zu starten. Als sein Gegner schon hoffte, den Angriff überstanden zu haben, ließ Babak mit einem feinen Zwischenzug diese Hoffnung wie eine Seifenblase zerplatzen und setzte dann den gegnerischen Monarchen matt.
Luke Felgendreher zeigte eine positionell blitzsaubere Partie. Schon frühzeitig übernahm er das Kommando auf den 64 Feldern. Er beherrschte mit seinen Figuren zwar eindrucksvoll die Szene, aber wo war der Gewinnweg? Die Klötzchen seines Kontrahenten waren alle gedeckt. Geduldig setzte er seine Strategie fort und dann tat sich auch der Gewinnweg auf.
Der nächste aus der Nachwuchsriege, Jakob Müller, hatte frühzeitig einen Bauernverlust zu beklagen. Dafür hatte er jedoch die etwas bessere Entwicklung. Zug um Zug verbesserte er weiter seine Stellung und konnte sein Spiel gewinnen.
Erich Dubois de Luchet kam mit den schwarzen Steinen gut aus der Eröffnung und hatte schließlich einen Vorteil erreicht. Ganz so einfach war die Verwertung dieses Vorteils allerdings nicht, er verlor den Faden und plötzlich befand er sich offensichtlich direkt auf der Verliererstraße. Eigentlich wollte er schon aufgeben, aber bekanntlich hat durch Aufgabe ja noch niemand eine Partie gewonnen. Also spielte er trotzdem weiter versuchte mit allen Mitteln noch etwas Gegenspiel zu bekommen. Sein Heppenheimer Kontrahent hatte die Partie scheinbar auch schon abgehakt, jedoch als vollen Punkt für die Kreisstädter. Allzu sorglos zog er seinen Freibauern auf der A-Linie immer weiter nach vorne, bis er direkt auf dem Feld vor der Umwandlung zur Dame stand. Er träumte wohl schon von seiner neuen Dame, aber daraus wurde nix, denn genau in diesem Augenblick wurde auf der gegenüberliegenden Brettseite am Königsflügel sein eigener König matt gesetzt.
Eine schöne Partie spielte auch Alexander Vaisman. Die Remisangebote seines Gegners lehnte er ab und steuerte eine sauber herausgespielten Sieg bei.
Stefan Weber spielte eine kurios sehenswerte Partie. Er hatte die Qualität verloren. Im Endspiel hatte er sich mit seinem Läufer gegen einen Turm zu wehren. Es waren noch relativ wenige Bauern auf dem Brett, es war dort viel Platz. Trotzdem war sein Läufer in dieser konkreten Stellung weit aus stärker als der Turm. Sehr sicher fuhr er den vollen Punkt ein.
Obwohl sich die Heppenheimer tapfer wehrten, konnten sie die 0:8 Niederlage nicht verhindern.



