Die erste Mannschaft des Schachclubs Mörlenbach Birkenau traf im ersten Spiel der neuen Saison zu Hause auf die spielstarken Gäste des Schachklubs Gernsheim. Beide Mannschaften waren in in der kuriosen Vorsaison zusammen mit etlichen weiteren Mannschaften aus der Oberliga Südwest abgestiegen und finden sich jetzt in der Hessenliga wieder.
Die Weschnitztäler fanden besser ins Spiel. Insbesondere der Newcomer am achten Brett, Lasse Schwabedissen, setzte seinen erfahreneren Gegner, Peter Nies, am achten Brett deutlich unter Druck. Hinzu kamen zahlreiche aussichtsreiche Stellungen vor allem an den Spitzenbrettern. Der Wettkampf wurde von beiden Seiten mit offenem Visier geführt und wogte 3 Stunden hin und her. Dann kippte die Begegnung für die Freibauern überraschend schnell und eindeutig bis auf zwei Ausnahmen.
Sergey Galdunts spielte nach dem Weggang von Vitaly Kunin, zum ersten Mal wieder am Spitzenbrett und zeigte eine ansprechende Leistung gegen René Borchert. Dieser ging die Partie zu verhalten an und bot dem Gegner zu viel Platz. Ein unerwartetes Scheinopfer des Weschnitztäler Grossmeister brachte in der Partie die Wende in ein gewonnenes Endspiel, dass Sergey Galdunts mit viel Routine sicher zum Punktgewinn verwertete. Auch am Brett 4 gab es einen Punktgewinn für die Freibauern. Babak Arani Far hatte mit Weiß gegen Holger Dietz immer eine bessere Stellung. Als ein tiefer taktischer Trick des Gernsheimers nicht die erhoffte Rettung erbrachte, ging diese Partie an Mörlenbach-Birkenau.






Alleine bis diesen zwei Brettpunkten blieb es am Ende für Mörlenbach-Birkenau, wobei weniger die Gernsheimer durch brilliantes Spiel glänzten, dafür die Freibauern etliche Chancen liegen liessen. Georg Legde hatte sich am Brett 2 gegen Vitali Braun in einem zähen Ringen klaren Vorteil verschafft. Zwei bis dreimal liess er sehr gute Gelegenheiten aus und wurde ausgekontert. Vergleichbar der Verlauf am Brett 3, wo Heiko Schneider sich gegen Tom Hebbering sehr gut erwehrte und im Mittelspiel einen Bauern für aktive Figuren und Raum am Damenflügel opferte. Im weiteren Verlauf bekam er den Bauer zurück, musste dafür aber auch seine Initiative aufgeben. Nach 4h nahm die Partie ein abruptes Ende, als er ein Turmopfer des Gegners übersah und dadurch forciert mattgesetzt wurde.
Am Brett 5 im Duell der Mannschaftsführer hatte Paulus Wohlfart mit unkonventionellem Spiel den taktisch sehr starken Maximillian Müller überrascht. In der heißen Phase der Partie wählte er von zwei Fortsetzungen nicht die, die ihm zumindestens unklares Spiel gebracht hätte, sondern übersah eine feine Kombination des Gegenübers und konnte auch seine Partie nicht mehr halten. Relativ eindeutig aber doch nicht dem Spielverlauf entsprechend fielen die Niederlagen von Michael Wrede an Brett 6 gegen Emory Peterson und Michael Schäfer an Brett 8 gegen Uwe Schupp aus. Als einer der letzten verlor dann am Ende auch unser Newcomer Lasse Schwabedissen seine Einstandspartie.
Die hohe 2:6 Auftaktniederlage entsprach nicht dem Spielverlauf. Die Chancen besser zu verwerten gelingt nur mit erhöhtem Trainingsauwand, da Schach in diesen Bereichen ein sehr knappes Spiel ist, in dem auch kleinere Unachtsamkeiten dramatische Folgen haben können. Viel Zeit für Korrekturen bleibt nicht, da es in zwei Wochen geht es für die Freibauern zur zweiten Runde und dem ersten Auswärtsspiel nach Dettingen.
