Großer Schachsonntag am 25. Oktober im Mörlenbacher Bürgerhaus: Vormittags spielten vier Freibauer-Mannschaften gleichzeitig im selben Saal. Die Zweite überrollte ihren Gegner mit 8:0. Am Nachmittag erkämpfte die Erste ein mühsames 4:4 gegen Eppstein. Über beide Begegnungen berichten wir gesondert. Weniger glücklich lief es für die Dritte, Vierte und Fünfte: Alle drei mussten sich geschlagen geben. Hinter den Ergebnissen stecken aber sehr unterschiedliche Geschichten, und jede Mannschaft kann daraus etwas mitnehmen.
Dritte Mannschaft: Dämpfer im Aufstiegskampf
Freibauer Mörlenbach 3 – SK Bickenbach 4: 2,5:3,5
Mit dieser Niederlage hatte niemand gerechnet. Die Dritte trat zwar nicht in Stammbesetzung an. Nach den Wertungszahlen war sie aber an fünf von sechs Brettern favorisiert. Auf dem Brett zeigte sich ein anderes Bild: Die jungen Spieler aus Bickenbach traten unbekümmerter auf und holten ausgerechnet gegen unsere erfahrenen Spieler die entscheidenden Punkte. Werner Florig spielte am Spitzenbrett gegen Christof Jost remis. Auch Kai Schmitt an Brett 3 teilte den Punkt. Muhamed Al Hac Rasid gewann an Brett 5 und holte unseren einzigen vollen Punkt. Aljoscha Hauck an Brett 2 und Robert Jäger an Brett 4 verloren dagegen gegen die Bickenbacher Nachwuchsspieler. Damit war das Match gekippt. Eine starke Leistung zeigte José Ortiz-Rodriguez an Brett 6. Er hielt gegen den rund 450 DWZ-Punkte stärker eingestuften Tim Schmöker remis. Ohne diesen halben Punkt wäre die Niederlage deutlicher ausgefallen. Im Aufstiegsrennen ist das ein Rückschlag, aber keine Vorentscheidung. Die Saison ist noch lang. Mit der Stammbesetzung ist die Dritte weiter ein ernsthafter Kandidat für die vorderen Plätze.
Vierte Mannschaft: Gute Chancen nicht belohnt
Freibauer Mörlenbach 4 – SF Bürstadt 2: 2:4
Diese Niederlage ärgert, denn sie war vermeidbar. Die Vierte, die an fünf von sechs Brettern mit Jugendlichen besetzt ist, hielt über weite Strecken sehr gut mit und hatte an mehreren Brettern sehr gute Chancen auf einen Gesantsieg. Am Ende stand sie mit leeren Händen da.
Zwei Spieler überzeugten mit vollen Punkten. David Hering besiegte an Brett 2 den höher eingestuften Steffen Steinborn. Jannis Reufsteck gewann an Brett 6 als Ersatzmann souverän gegen Simon Schremser. Beide empfahlen sich mit ihren reifen Spielweisen für weitere Einsätze. Dmytro Skavinskyi an Brett 5 lag in seiner Partie gleich zweimal klar auf Gewinn. In der langen Partie ließen am Ende aber die Kräfte nach, und der Punkt ging noch an Marvin Andreas Menger. Bitter verlief die Partie von Benjamin Öhlenschläger an Brett 3. Gegen den erfahrenen Horst Stockmann, der in der Wertungszahl mehr als 500 Punkte vor ihm liegt, erspielte er sich eine Gewinnstellung. Das allein verdient Anerkennung. In der entscheidenden Phase spielte er jedoch unnötigerweise zu schnell und verlor dadurch den Fokus und am Ende überraschend noch seine Partie. Er belohnte sich am Ende selbst nicht für eine eigentlich gute Anfangsphase. Alfred Bauer am Spitzenbrett gegen Jörn Zimmermann und Nikol Kareva an Brett 4 kämpften tapfer, konnten die Niederlage aber nicht abwenden. Damit steht die Vierte unnötig am Tabellenende. Gerade für eine so junge Mannschaft sind Erfolgserlebnisse wichtig. Die Leistungen vom Sonntag in großen Teilen der Mannschaft legen jedoch nahe, dass gute Ergebnisse in dieser Saison durchaus möglich sind
Fünfte Mannschaft: Lehrgeld mit Mut
Freibauer Mörlenbach 5 – SK Bickenbach 5: 0:4
Für die Fünfte in der Kreisklasse sind die Ziele klar: Die noch sehr junge Mannschaft soll Erfahrung sammeln. Im Gegensatz zu vielen Gegnern tritt sie derzeit ganz ohne erfahrene Spieler an. Daniel Ivzenko, Lionel Richter, Mattis Barnert und Nico Fertig setzen sich damit in jeder Runde gegen erfahrenere und meist deutlich höher eingestufte Gegner ans Brett. Das Ergebnis von 0:4 ist deutlich, gibt den Spielverlauf aber nicht ganz wieder. Alle vier kämpften solide, und der eine oder andere Brettpunkt wäre durchaus möglich gewesen. Dass die vier sich auf dieses Abenteuer einlassen, verdient ausdrücklich Lob. Jede dieser Partien bringt sie weiter, und der erste Mannschaftspunkt wird kommen.
Fazit
Ein Spieltag, den man eigentlich ergebnistechnisch für die Dritte, Vierte und Fünfte schnell abhaken möchte. Lehrreich war er trotzdem: Die Dritte hat erlebt, wie gefährlich unterbewertete Jugendspieler sind. Die DWZ Zahlen sagen in diesem Fall oft nicht aus, wie stark ein Jugendlicher bereits sein kann. Vierte und Fünfte haben gezeigt, dass sie eben auch über einige solcher Jugendlichen verfügt, die definitiv mithalten können. Jetzt gilt es, sich als Mannschaft zu belohnen.

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