Cara

Der jüngste Neuzugang – aus Sicht des Mac-Nutzers

Cara („Chess Analysis and Review Application“) ist ein junges, kostenloses Open-Source-Projekt eines Einzelentwicklers (Philip Guntermann), das sich bewusst nicht als umfassende Datenbank-Anwendung im Stil von ChessBase oder Scid versteht, sondern gezielt auf die Nachbereitung und Analyse eigener Partien konzentriert. Entwickelt wird die Anwendung mit Python und dem Qt-Bindings-Paket PyQt6, veröffentlicht unter der GPL-3.0-Lizenz.

Seit unserem ersten Blick auf Cara hat sich einiges getan: Das Projekt wird in sehr kurzem Rhythmus weiterentwickelt – allein zwischen April und Juli 2026 erschienen rund zehn Versionen mit spürbaren Neuerungen bei den Analysemöglichkeiten. Grund genug, den Testbericht deutlich auszubauen und insbesondere die aktuelle Version 2.7.9 genauer vorzustellen.

Installation & Systemvoraussetzungen

ProgrammCara (Chess Analysis and Review Application)
KategorieOpen Source, kostenlos (GPL-3.0)
Mac-SupportEigenes, natives Apple-Silicon-App-Bundle (arm64)
EntwicklungEinzelentwickler (Philip Guntermann), Python/PyQt6
Aktuelle Version2.7.9 (Stand 25.07.2026) – sehr aktive, fast wöchentliche Weiterentwicklung
Getestet auflaut Projekt-Dokumentation u. a. macOS Tahoe 26.2
BezugswegFertiges App-Bundle von der Projekt-Website oder GitHub Releases

Für macOS bietet die Projekt-Website ein fertiges App-Bundle explizit für Apple Silicon (arm64) zum direkten Download an – wer Python oder PyQt6 nicht selbst installieren möchte, kommt so ohne Kommandozeile aus. Das ist bemerkenswert: Anders als bei Scid oder HIARCS Chess Explorer Pro handelt es sich hier um einen tatsächlich nativen Apple-Silicon-Build und nicht um eine Rosetta-2-Übersetzung. Laut Projekt-Dokumentation wurde die Anwendung unter anderem unter macOS Tahoe 26.2 getestet.

Da das App-Bundle nicht mit einem kostenpflichtigen Apple-Entwicklerzertifikat signiert und notariert ist, blockiert macOS Gatekeeper den ersten Start standardmäßig. Die nötigen Schritte, um den Start dennoch zu erlauben (im Finder mit Rechtsklick → „Öffnen“ statt Doppelklick), sind im mitgelieferten HTML-Handbuch des Projekts dokumentiert.

Wer lieber selbst aus dem Quellcode installiert, benötigt Python 3.8 oder neuer; unter macOS ist dabei zu beachten, dass der Befehl „python3“ statt „python“ verwendet werden muss.

Bedienung & Optik

Die Oberfläche ist über Konfigurationsdateien umfassend anpassbar. Seit Version 2.7.2 wurde dieses System deutlich ausgebaut: Verhalten (config.json) und Optik (style-*.config.json) sind seither strikt getrennt, zudem lassen sich Konstanten/Platzhalter definieren, um Themes einfacher zu bauen. Zwischen installierten Themes kann direkt über das View-Menü umgeschaltet werden, ohne Cara neu zu starten („Hot-Switching“).

Mitgeliefert werden neben dem Standard-Theme inzwischen ein helles Theme (zuletzt in 2.7.5 optisch überarbeitet, inklusive Integration des freien „Kosal“-Figurensatzes) sowie – seit 2.7.3 – ein zusätzliches „Scholar“-Theme mit eigenem, etwas ausgefallenerem Figurensatz.

Drei Beispiel-Themes im direkten Vergleich (jeweils Player-Stats-Panel, leeres Brett): ein grün gehaltenes Theme mit Konturfiguren, ein helles Theme mit filigranen Figuren, sowie das dunkle Standard-Theme.

Für die Darstellung empfiehlt das Projekt mindestens 1280×1024 Pixel Bildschirmauflösung; einzelne Dialoge benötigen mindestens 800×900 Pixel, sonst können sie abgeschnitten dargestellt werden. Mehrere Dialoge (u. a. Engine-Konfiguration, Klassifikationseinstellungen) wurden zuletzt gezielt für niedrige Auflösungen und hohe DPI-Skalierung überarbeitet.

Datenbankverwaltung

Cara verwaltet mehrere PGN-Datenbanken gleichzeitig in eigenen Tabs. Der Import gelingt sowohl über lokale PGN-Dateien als auch direkt von Lichess oder Chess.com, inklusive Filterung nach Zeitraum oder Partietyp. Eine eingebaute Duplikaterkennung sowie Bulk-Bearbeitung von PGN-Tags über mehrere Partien hinweg – inklusive Entfernen mehrerer Tags gleichzeitig und regulärer Ausdrücke – runden die Datenbankpflege ab.

Seit Version 2.7.5 lässt sich die Suche zusätzlich auf Stellungen ausweiten: Die „Search Games“-Suche bietet ein eigenes Kriterium für die positionelle Suche, mit dem sich Partien gezielt über eine bestimmte Brettstellung statt nur über Metadaten wie Spieler, Datum oder Eröffnung finden lassen.

Dazu wählt man im ersten Dropdown der Kriterienzeile statt eines Feldes wie „White“ oder „Event“ die Option „Position“ oder „Position (fuzzy)“. „Position“ verlangt eine exakte Übereinstimmung inklusive Rochaderechten und En-passant-Status; „Position (fuzzy)“ ignoriert beides und findet damit auch Stellungen, die über eine andere Zugreihenfolge (Transposition) erreicht wurden. Als Wert trägt man entweder einen vollständigen FEN-String ein oder lässt das Feld auf „(Current Position)“ stehen (bzw. leer) – dann verwendet Cara automatisch die aktuell auf dem Brett angezeigte Stellung. Laut Handbuch empfiehlt es sich, zunächst mit „Position (fuzzy)“ nach wiederkehrenden Motiven über Zugumstellungen hinweg zu suchen und erst bei Bedarf auf die exakte „Position“ zu wechseln.

Search-Games-Dialog mit dem Kriterium „Position (fuzzy)“ / „equals“ / „(Current Position)“ – findet alle Partien mit der aktuell angezeigten Stellung, unabhängig von der Zugreihenfolge.

Analyse-Schwerpunkt

Der eigentliche Kern von Cara ist die Partienanalyse – und hier hat sich in den letzten Monaten am meisten getan. Für jede Partie berechnet die Anwendung unter anderem den Centipawn-Verlust (CPL) je Zug, auch im Vergleich zur zweit- und drittbesten Engine-Variante, eine geschätzte Genauigkeit („Accuracy“) sowie eine geschätzte Spielstärke („Est. Elo“) je Partei, hebt automatisch die jeweils drei besten und drei schwächsten Züge einer Partie hervor und fasst dies in einem übersichtlichen „Game Highlights“-Bericht zusammen. Die Analysetiefe lässt sich über die Bedenkzeit pro Zug in den Engine-Einstellungen steuern.

Zugklassifikation & „Brilliant Move“-Erkennung

Züge werden automatisch klassifiziert und mit Symbolen/Icons versehen, die sich direkt aus der Engine-Analyse ableiten. Besonders bemerkenswert ist die Erkennung von „Brilliant Moves“: Das System sucht gezielt nach Zügen, die bei flacher Analysetiefe suboptimal wirken, ihre Stärke aber erst bei tieferer Berechnung offenbaren – also genau jene Züge, die auch menschlichen Betrachtern erst nach genauerem Hinsehen einleuchten. Über die Klassifikationseinstellungen lässt sich u. a. eine Option „Already winning ausschließen“ mit eigenem CPL-Schwellenwert konfigurieren, damit „brilliante“ Züge in bereits gewonnenen Stellungen nicht überbewertet werden.

Moves-List-Ansicht mit Eval/CPL je Partei und Zugklassifikation (Assess White/Black) – Zug 37 zeigt „Blunder“ für Weiß und „Brilliant“ für Schwarz; das Brett markiert den brillanten Zug zusätzlich mit dem gelben „Brilliant Move“-Badge.

Opening Explorer

Seit Version 2.7.7 gibt es einen eigenen Opening-Explorer-Tab im Detailbereich (aufrufbar über View → Opening Explorer bzw. F4), der den Eröffnungspfad zur aktuellen Stellung anzeigt und ECO-Buchfortsetzungen direkt von dort aus aufklappt. Eingebettete Miniaturbretter folgen dabei Figurensatz, Farben und Ausrichtung des Hauptbretts; ein Klick führt direkt zur passenden Eröffnungsanalyse auf Lichess. Mit 2.7.8 kamen drei wählbare Layouts hinzu („Compact“, „Comfort“, „Gallery“) für die Darstellung des gespielten Eröffnungspfads, in 2.7.9 wurde die Ansicht nochmals beschleunigt und von redundanten Informationen befreit; die Miniaturbretter der gespielten Linie aktualisieren sich jetzt auch zuverlässig weiter, wenn nach Verlassen des Eröffnungsnamens weitere Züge derselben ECO-Linie gespielt werden.

Opening-Explorer-Tab mit dem Eröffnungspfad zur aktuellen Stellung (C71 → C72 → C72 → C72) inklusive Miniaturbrettern und „Lines from here“.

Manuelle Analyse: Freeze Analysis & W/D/L-Balken

Ebenfalls seit 2.7.7 lässt sich eine laufende manuelle Analyse einfrieren („Freeze Analysis“): Die aktuell angezeigten Varianten und Statistiken bleiben stehen, während die Engine im Hintergrund weiterrechnet – praktisch, um eine interessante Stellung in Ruhe zu betrachten, ohne die Hintergrundberechnung zu unterbrechen. Optional zeigt Cara zusätzlich einen Sieg-/Remis-/Niederlage-Wahrscheinlichkeitsbalken (W/D/L) für die beste Variante an, sofern die zugewiesene Engine UCI_ShowWDL unterstützt (z. B. Stockfish oder Lc0). Der Balken ist bewusst mit „Win probability (best engine play)“ beschriftet, um klarzustellen, dass er Engine-Selbstspiel-Wahrscheinlichkeiten abbildet und keine menschlichen Eröffnungsstatistiken.

Manuelle Analyse mit „Freeze“-Schalter und dem „Win probability (best engine play)“-Balken (Weiß 38 % / Remis 62 % / Schwarz 0 %) unterhalb der Hauptvarianten.

Variantennavigation (neu in 2.7.9)

Mit Version 2.7.9 lässt sich – standardmäßig deaktiviert, aktivierbar über das PGN-Menü oder das Kontextmenü im PGN-Fenster („Enable navigating into variations“) – direkt mit den Pfeiltasten in Seitenvarianten hineinnavigieren. Bei mehreren möglichen Fortsetzungen erscheint ein Auswahl-Overlay: Mit den Pfeiltasten hoch/runter wird die Variante ausgewählt, mit Pfeil rechts oder Enter geht es auf dem gewählten Zweig weiter; am Ende einer Variante führt zweimaliges Drücken von Pfeil rechts zurück zur nächsten Hauptzugfolge. Alternativ genügt ein Klick direkt auf einen Variantenzug im PGN-Fenster. Solange man sich in einer Variante befindet, wechselt das Brett in ein eigenes Farbschema/Stilset, um dies optisch zu kennzeichnen – anpassbar über die jeweilige style-*.config-Datei des Themes. Variantenzüge lassen sich mit der Engine bewerten, manuell analysieren und kommentieren, fließen aber nicht in die automatische Partieanalyse ein und erscheinen auch nicht in der Züge-Liste.

Passend dazu gibt es eine optionale eingerückte Darstellung von Varianten im PGN-Fenster (jede Variante auf einer eigenen, nach Tiefe eingerückten Zeile) – export- und kopierneutral, aber besonders hilfreich in Kombination mit der aktivierten Variantennavigation.

Branch-Select-Overlay im PGN-Fenster bei Zug 11: Nach dem gespielten 10…Nfd7 zeigt CARA an der Verzweigung zu 11…Bxf3 zwei Fortsetzungen zur Auswahl (hier zufällig beide „Bxf3“ benannt, da Weiß zuvor h3 bzw. eine Variante mit Qxf3 spielte). Die blauen und graue Linie zeigen dabei die Positional-Plan-Exploration der Manual-Analysis-PV.

Wichtige Einschränkung: Varianten lassen sich nicht auf dem Brett erzeugenSo komfortabel die neue Variantennavigation auch ist – sie dient ausschließlich dazu, bereits in der PGN vorhandene Varianten zu durchklicken (z. B. aus einer kommentierten Trainerpartie oder einem Import mit vorhandenen Alternativzügen). Wer während der eigenen Analyse spontan einen Engine-Vorschlag oder eigenen Gedanken als neue Variante direkt auf dem Brett einspielen möchte, wie man es von Scid, ChessX oder ChessBase gewohnt ist, wird in Cara enttäuscht: Ein „falscher“ Zug erzeugt dort keine neue Verzweigung. CARA versteht sich laut Entwickler bewusst als reines Nachbereitungswerkzeug für bereits gespielte Partien, nicht als interaktives Analysebrett zum Aufbauen eigener Variantenbäume. Die manuelle Analyse (PV-Linien, Pfeile auf dem Brett) läuft parallel zur Partie, fließt aber nicht automatisch in den PGN-Baum ein; wer eine Engine-Linie dauerhaft als Variante festhalten will, muss sie über „Copy“ aus dem PV-Kontextmenü kopieren und von Hand in die PGN einfügen. Für alle, die aktiv mit Varianten arbeiten wollen – etwa um während der eigenen Nachbereitung Engine-Ideen direkt festzuhalten – ist das aus unserer Sicht ein echtes Ausschlusskriterium und der klarste Nachteil gegenüber den etablierten Datenbankprogrammen in diesem Vergleich.

Brett-Animationen (neu in 2.7.9)

Über „Board → Enable board animations“ bzw. das Kontextmenü des Bretts lassen sich animierte Zugbewegungen beim Blättern durch benachbarte Halbzüge sowie eine Animation beim Drehen des Bretts aktivieren – ein rein optisches, aber für die Übersichtlichkeit beim schnellen Durchklicken einer Partie durchaus angenehmes Detail.

Player Stats & Profile

Die Spieler-Statistiken lassen sich seit 2.7.6 in mehreren parallelen Profilen führen und darüber umschalten – etwa ein Profil zur Auswertung menschlicher Spieler und ein separates für die Einordnung von Schachcomputern/Engines. Zusätzlich wurde die Ansicht um weitere Kennzahlen und Min/Max-Bereiche sowie ein neues Genauigkeits-Verteilungsdiagramm (Accuracy Distribution) erweitert; Tooltips auf den Zeitverlaufs-/Fortschrittsdiagrammen folgen inzwischen sauber der geglätteten Linie.

Player-Stats-Panel mit „Significant Moves“ (Brilliant Moves, Misses, Blunders je mit Anteil) und „Error Patterns“ (z. B. gehäufte Blunder im Endspiel).

PDF-Reports

Aus dem Kontextmenü der Game Summary lässt sich seit 2.7.8 ein mehrseitiger, druckfertiger PDF-Spielbericht exportieren (Übersicht, Genauigkeit/Klassifikation, Bewertungsverlauf, Highlights, kritische Momente sowie kommentiertes PGN mit ausgewählten Miniaturbrettern). Mit 2.7.9 kam ein analoger PDF-Export für die Player Stats hinzu, der die im jeweils aktiven Profil sichtbaren Abschnitte in einem druckfertigen Mehrseiten-Report zusammenfasst. Für die Game-Summary-Highlights gibt es außerdem seit 2.7.8 eine alternative Kartenansicht („Cards“ statt „List“), die Miniaturbretter passend zur Brettausrichtung des Hauptfensters zeigt.

Seite aus dem Player-Stats-PDF-Report: ACPL-Verlauf nach Spielphase sowie meistgespielte Eröffnungen und Eröffnungen mit der schwächsten Genauigkeit.

Positionelle Suche & Rochaderechte-Widget

Seit 2.7.5 ergänzt die „Search Games“-Suche ein Kriterium für die positionelle Suche, mit dem sich Partien direkt über eine Brettstellung statt nur über Metadaten finden lassen (siehe Abschnitt „Datenbankverwaltung“ für die genaue Bedienung). Ebenfalls seit 2.7.5 gibt es ein optionales, ein-/ausblendbares Rochaderechte-Widget am Brett – praktisch, um beim Nachspielen fremder Partien oder eigener Analysen auf einen Blick zu sehen, welche Rochaden in der aktuellen Stellung noch möglich sind.

Neu in Version 2.7.9

Cara wird in einem für ein Einzelentwicklerprojekt bemerkenswert dichten Takt weiterentwickelt. Die folgende Tabelle ordnet die zuletzt wichtigsten Neuerungen chronologisch ein – die aktuelle Version 2.7.9 (25.07.2026) bringt vor allem die Variantennavigation, Brett-Animationen sowie den Player-Stats-PDF-Report:

VersionWesentliche Neuerung
2.7.9Navigation in Varianten, Brett-Animationen, Player-Stats-PDF-Report
2.7.8Opening Explorer mit drei Layouts, Highlight-Cards, PDF-Spielbericht
2.7.7Opening Explorer (neu), Freeze Analysis, W/D/L-Balken
2.7.6Player-Stats-Profile, feinere Brilliant-Move-Erkennung
2.7.5Positionelle Suche, Rochaderechte-Widget, überarbeitetes Light-Theme
2.7.2–2.7.4Theme-System mit Hot-Switching, Scholar-Theme, UI-Politur

Kurz zusammengefasst bringt 2.7.9 damit gegenüber dem bisherigen Stand des Testberichts vor allem drei praxisrelevante Neuerungen: die Möglichkeit, Seitenvarianten interaktiv statt nur passiv zu betrachten, ein aufgeräumteres PGN-Fenster durch die optionale Einrückung von Varianten, und einen weiteren, gut aufbereiteten PDF-Export – diesmal für die Spielerstatistiken.

Engine-Anbindung

Cara unterstützt jede UCI-kompatible Engine (Stockfish, Shredder, Lc0, Komodo, Berserk u. a.) und erlaubt es, Engines gezielt einzelnen Aufgaben zuzuweisen – etwa für die Partiebewertung, die automatische Partieanalyse, die manuelle Analyse oder die Zugklassifikation/Brilliant-Move-Erkennung – jeweils mit eigener Engine, falls gewünscht. Analysen laufen threadsicher im Hintergrund mit Fortschrittsanzeige und lassen sich jederzeit abbrechen. Unterschiedliches Verhalten verschiedener UCI-Engines bei bereits terminalen Stellungen (Matt/Patt) wird von Cara selbst abgefangen, um an dieser Stelle stets eine korrekte Anzeige sicherzustellen.

Import, Export & Formate

Partien lassen sich per Tastenkombination (Cmd+O) aus einer PGN-Datenbank öffnen oder per Cmd+V direkt aus der Zwischenablage als PGN einfügen und werden automatisch geladen – praktisch für den schnellen Import einzelner online gespielter Partien. Für die Ausgabe stehen inzwischen zwei PDF-Exportformate zur Verfügung (Game-Summary- und Player-Stats-Report), die sich auch für die Weitergabe an Trainer oder Vereinskollegen eignen, ohne dass diese Cara selbst installiert haben müssen.

Preis & Lizenz

Cara ist vollständig kostenlos und quelloffen unter GPL-3.0. Kommerzielle Nutzung, etwa durch Schachtrainer mit ihren Schülern, ist ausdrücklich erlaubt. Weitergegebene, auch veränderte Versionen müssen unter derselben Lizenz stehen und den Quellcode mit ausliefern.

Fazit für Mac-Nutzer

  • Bislang das einzige der hier vorgestellten Programme mit einem tatsächlich nativen Apple-Silicon-App-Bundle statt einer Rosetta-2-Übersetzung
  • Kein Ersatz für eine umfassende Turnierdatenbank – der klare Fokus liegt auf der Nachbereitung eigener Partien, nicht auf Turniervorbereitung oder großen Referenzdatenbanken
  • Als unsigniertes App-Bundle eines Einzelentwicklers ist der erste Start mit einem manuellen Gatekeeper-Schritt verbunden, der aber gut dokumentiert ist
  • Analyseseitig inzwischen deutlich über den ursprünglichen CPL-/Highlights-Ansatz hinausgewachsen: Opening Explorer, W/D/L-Wahrscheinlichkeiten, Variantennavigation, positionelle Suche und zwei PDF-Report-Formate machen Cara zu einem der funktional am schnellsten wachsenden Programme in diesem Vergleich
  • Klares Ausschlusskriterium für alle, die aktiv mit eigenen Varianten arbeiten wollen: Neue Verzweigungen lassen sich nicht durch einen Zug auf dem Brett anlegen, sondern nur über den Umweg einer bereits vorbereiteten PGN mit Variante. Wer während der Nachbereitung spontan Engine-Ideen oder eigene Gedanken als Variante festhalten will, ist damit deutlich eingeschränkt gegenüber Scid, ChessX oder ChessBase
  • Für Vereinsspieler, die vor allem ihre eigenen Partien systematisch auswerten wollen, eine bemerkenswert moderne und in kaum einem anderen Programm dieser Reihe so aktiv weiterentwickelte kostenlose Option

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