4. Dezember 2025
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Die sechste Runde unseres Turniers ist Geschichte, und es war beinahe ein perfekter Tag für die Freibauer-Delegation! Fast wären wir mit voller Punkteausbeute nach Hause gegangen. Wäre da nicht meine eigene Partie gewesen… Aber der Reihe nach!

Christian tankt Selbstvertrauen

Nach seiner ärgerlichen Niederlage am Vortag zeigte Christian eine großartige Reaktion. Mit Schwarz in der Spanischen Eröffnung wählte er gegen seinen soliden Gegner eine interessante und stabile Variante. Christian spielte die Partie mit viel Ruhe und wartete geschickt auf die Fehler seines Gegners. Seine Antworten waren effizient und zwingend, und so konnte er den vollen Punkt einfahren. Ein wichtiger Sieg, der Christians Kampfgeist unterstreicht!

Peter Klings‘ Gelassenheit siegt

Auch Peter Klings hatte die schwarzen Steine und sah sich zunächst einem echten Bollwerk des Königsindischen Angriffs gegenüber. Peter ließ sich davon aber nicht beirren. Mit seiner ausgeprägten Gelassenheit gelang es ihm, seinen Gegner so lange aus der Reserve zu locken, bis er selbst einen klaren Vorteil erzielen konnte. Diesen Vorsprung verwaltete er dann routiniert und souverän bis über die Ziellinie. Zwei von drei Punkten – eine tolle Ausbeute!

Meine Achterbahnfahrt der Gefühle

Kommen wir nun zu meiner Partie, und ich frage mich auch Stunden später immer noch: Lachen oder Weinen? Selten gelingt es mir so perfekt, einen Gegner auszugucken. Und dass trotz geringer Vorabinformation über meinen erst 15-jährigen, aber starken Gegner (DWZ ca 1930) lag ich goldrichtig mit meiner Eröffnungs-Antizipation. Am Vormittag hatte ich die Stellung bis zum 17. Zug vorbereitet – und genau so kam es auch aufs Brett! Mein Adrenalinspiegel schoss langsam aber stetig mit jedem Zug bis dahin in die Höhe, mir war klar, dass ich einen soliden Vorteil hatte.

Ihr seht die Stellung nach meinem siebzehnten Zug (!!), die ich an diesem Tag zum zweiten Mal aufs Brett bekam, vormittags während der Vorbereitung und dann tatsächlich identisch in meiner Partei. Mein Gegner hatte zuletzt 16…Sd4 gezogen in der Hoffnung auf entlastenden Figurenabtausch, dem ich jedoch auswich. Erste Frage: Was kommt jetzt auf 17….Sc2? Zweite Frage: Was hättet ihr auf 17…Ld5 gespielt?

Mein junger Gegenüber fand jedoch nach langem Nachdenken den besten Gegenzug. Auch ich fand noch für drei weitere Züge die beste Fortsetzung. Und dann kam der Moment: Ich wickelte ins Endspiel ab, übersah dabei entscheidende gegnerische Möglichkeiten und verschenkte den Gewinn. Zwar hatte ich die Qualität mehr, aber der Vorteil war nicht mehr zu verwerten. Die Partie endete kurz nach der Zeitkontrolle im Unentschieden. Macht so viel Adrenalin müde? Ich war nach der Partie regelrecht leer und körperlich ausgepumpt, weil alles so lief, wie ich es mir erträumt hatte – bis zum verhängnisvollen Übergang ins vermeintlich vorteilhafte Endspiel. Die Erschöpfung spüre ich selbst jetzt noch.


Insgesamt war es ein sehr guter Tag für den Verein, auch wenn ich persönlich mehr aus meiner brillanten Vorbereitung herausgeholt haben wollte! Jetzt geht es darum, die Energiereserven für die nächsten Runden wieder aufzuladen.

Wir freuen uns riesig über euer Interesse! Schaut morgen wieder rein für die Berichte der siebten Runde! Und das Wichtigste: Nutzt die Kommentarfunktion direkt hier auf der Homepage! Eure Kommentare sind ein wichtiges Zeichen für die Lebendigkeit und das Engagement in unserem Verein. Lasst uns wissen, was ihr über unser Auftreten denkt!

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