5. Dezember 2025
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Jetzt ist ewas mehr als die Hälfte geschafft, gestern wurde die fünfte von neun Runden gespielt. Die Bilanz fällt wieder gemischt aus. Während bei mir ein ganz leichter Aufwärtstrend ersichtbar wird, wurde bei Christian und Peter deren Courage nicht belohnt.

Christian hatte es an Brett 4 mit einem 2400 FM zu tun. Als ich nach einigen Stunden zum erstenmal aufs sein Brett schaute, wurde mir ein ein wenig bange. Alle Leichtfiguren abgetauscht, die Christian doch so virtuos in Szene setzen kann, nur Schwerfiguren auf dem Brett und der Gegner scheinbar am Drücker. Aber Christian spielte mutig und hielt den Laden zusammen. Nach überstandener Zeitnotkontrolle wurde es im Turmendspiel sogar Zug um Zug besser, auch weil der Gegner Christian Raum gab. Kurz vor Schluss in Gewinnstellung unterläuft unserem Kämpfer allerdings ein einziger Lapsus und das war es. Nicht nur dass Christian die Partie kurz vor der Ziellinie noch verlor, er verpasste durch die sehr lange Partie auch das Blitzturnier, an dem er doch so gern zeigt, was er kann.

Ehrlicherweise stehe ich da nicht auf Gewinn, aber ein Selbstmatt zu finden war nicht nötig! 🙁

Das Blitzturnier wurde direkt nach der fünften Runde im „Feinkost-Kiefer-Versorgungszelt“ ausgespielt, etwas beengt, aber sehr nett. Ich hatte mich kurzentschlossen noch angemeldet, auch mit der Idee, Christian meinen Qualifikationsplatz noch abzugeben, und fand mich nach überraschend erfolgreicher Vorrunde, in dem ich einem jungen Inder ein Remis abtrotzte, in der illustrieren A-Endrunde mit 5 Alt- und Jungstars, u.a. GM Christian Bauer. Bis auf eine Gewinnpartie gegen den späteren Tabellenzweiten war das dann aber etwas zu stark für mich. Aber viel „Fun“.

Peter erging es in seiner regulären Runde ähnlich wie Christian, mit dem Unterschied, das sein Gegner sich eher für die abwartende Haltung entschieden hatte. Peters Partie verlief dann in ähnlichen Bahnen wie meine Partie gegen denselben Gegner vor einem Jahr. Du bemühst Dich und hast Deinen Gegner im Griff. Irgendwann kommt dieser in hochgradigen Zeitnot und spielt auf einmal ganz anders. Du merkst, wie dir das Spiel Zug um Zug entgleitet und trotz aller Gegenwehr, reicht es nicht. Kurz nach der Zeitkontrolle stehst Du dann vor den Trümmern Deiner ehemals schönen Stellung, das war es!

Meine Partie gegen einen gleichaltrigen Kölner, der schon Jahre in Franken bei Bamberg lebt, konnte man unter dem Motto zusammenfassen „der König alleine zu Hause“. Ohne Absicht, entfernte mein Gegner mit Weiß peu a peu wichtige Figuren um seinen König. Als er nach einer fehlerhaften Stellungsöffnung von mir wiederum nicht korrekt antwortete, konnte ich die Partie sehenswert beenden:

Ich hatte hier mit Schwarz in den letzten beiden Zügen (g6 und f5) entschlossen, am Königsflügel weiterzudrücken. Interessanterweise wäre ein anderer Plan viel besser gewesen, aber dazu irgendwann später mehr. Jetzt hatt mein Gegner 20.Sg3 gezogen, worauf ich mit 20…fxe4 antwortete. Alle drei Kandidatenzüge des Rückschlagens hatte ich (teilweise falsch) berechnet. Eine Möglichkeit gibt Weiß sogar das angeblich bessere Spiel. Mein Gegner entschloss sich (zu schnell, aber auch in Zeitnot), seinen Bauernstruktur zu konsolidieren mit 21. fxe4. Wie ging es weiter?

Es fällt nach etwas mehr der Hälfte des Turniers schwer, einen positiven Ausblick auf die nächsten Runden zu geben. Wären wir auf einem Marathon, näherten wir uns jetzt dem berüchtigten „Kilometer 35“, an dem oft nur noch der blanke Wille hilft. „Abbuze und uffstehe“ (südhessisch für den Dreck vom Sturz abwischen, aufzustehen und weiterlaufen) kann nur die Devise sein. Drückt uns weiter die Daumen!

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