5. Dezember 2025
IMG_5079

Gestern stand die drittletzte Runde des Turniers an, und es gab Grund zum Feiern: Zum ersten Mal in diesem Wettbewerb konnten alle drei „Freibauern“ gleichzeitig den vollen Punkt verbuchen! Ein wichtiger Erfolg im Endspurt, der uns neue Motivation gibt.


Peter Klings: Effizienter Raumgewinn gegen Königsindisch

Peter Klings hat sich hier den Ruf eines Meisters der Effizienz erworben. Mit Weiß wählte er gegen die Königsindische Verteidigung bewusst ein System, das ihm von Beginn an einen soliden Raumvorteil sicherte. Sein Gegner fand mit der beengten Stellung nicht gut zurecht und verlor prompt den wichtigen Bauern auf d6. Nach Damentausch und einem weiteren Bauerngewinn spielte Peter die Partie routiniert zu Ende und holte als Erster von uns den vollen Punkt. Ein souveräner und stilistisch klarer Sieg!

Christian Böhmer: Mut zur Attacke zahlt sich aus

Bei Christian Böhmer ist eine positive Wirkung seines intensiven Trainings der letzten Monate deutlich spürbar. Er glänzt mit einem veränderten Eröffnungsrepertoire und er scheut das aktive Spiel auch in komplizierten Stellungen nicht – nicht einmal gegen einen jungen, talentierten Spieler, den er gestern mit Weiß zu bespielen hatte. Auch hier kam die Königsindische Verteidigung aufs Brett. Christians Gegner opferte korrekt einen Bauern für eine starke Kompensation, doch nachdem er seine aktivste Figur tauschte, sah Christian seine Chance. Es folgte ein später, bemerkenswerter Königsangriff, der sogar den eigenen König mutig in die Aktion einbezog. Christian führte die taktischen Verwicklungen gegen seinen sichtlich konsternierten jungen Kontrahenten souverän zum Sieg.

Der Autor im Duell: Alt gegen Älter und die Weissagung von Google Gemini

Mein eigenes Duell war ein langwieriger Abnutzungskampf „Alt gegen noch Älter“! Da die Schachdatenbanken keine Infos über meinen Gegner lieferten, nahm ich augenzwinkernd einen digitalen Assistenten zu Hilfe. Ich befragte Google Gemini – und die Antwort war orakelhaft präzise! Wahrscheinlich im Genauigkeitsbereich des ehmaligen Orakels zu Delphi in Griechenland. Gemini sagte mir für Schwarz immerhin richtig das Londoner System voraus und riet: “Spiele lange und hoffe aufs Endspiel.” Und so geschah es: Ich spielte lange und hoffte aufs Endspiel. Allerdings muss ich gestehen, dass mir (teils absichtlich, teils unabsichtlich) ein eher kurioses Kunststück gelang: Ich schaffte es, alle meine Bauern auf die Feldfarbe meines Läufers zu stellen! Ein echtes Stellungsphänomen, das Peter Klings nach der Partie dazu veranlasste, scherzhaft die Aberkennung meiner Trainerlizenz beim Deutschen Schachbund zu fordern. Aber seht selbst in der Diagrammstellung!

Ich brachte das Fass mit dem Zug 43…h5 zum Überlaufen. Hätte mein Gegner sich für 44. Lc2 entschieden, hätte ich möglicherweise die gewinnbringende Fortsetzung nicht gesehen. Ich plante darauf 44…d4 Schach, dagegen gelingt es mir mit 44… Te1 meinen Gegner in Zugnöte zu bringen und ich kann nach Überführung des Turms nach e4 den Zug d4 besser durchsetzen. Ermüdet vom langen Kampf wählte mein Gegenüber jedoch 44. Lf3, und hier fand ich die goldrichtige Lösung zum Gewinn! Versucht es selbst!


➡️ Ausblick: Vorletzte Runde steht bevor

Heute steht mit Runde 8 die vorletzte Runde an. Die Erschöpfung ist uns allen anzumerken, beim einen mehr, beim anderen weniger. Aber der Kampfgeist bleibt hofftenlich ungebrochen! Wie immer freuen wir uns riesig über Feedback und Kommentare zu unseren Partien direkt unter diesem Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

About Author

Schreibe einen Kommentar