Die erste Mannschaft des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau erlebt in der Schach-Hessenliga einen äußerst ernüchternden Saisonauftakt. Nach zwei von elf zu absolvierenden Begegnungen steht das Team auf dem letzten Tabellenplatz. Das bisherige Auftreten lässt die Alarmglocken schrillen und macht eine deutliche Reaktion der Mannschaft nötig.

Bereits im Auftaktspiel gegen den SK Gernsheim deutete sich eine spezielle Problematik an. Obwohl die Freibauern den Kampf mit offenem Visier führten und insbesondere an den Spitzenbrettern aussichtsreiche Stellungen erspielten, endete die Begegnung in einer hohen 2:6 Niederlage. Nur Großmeister Sergey Galdunts am Spitzenbrett und Babak Arani Far an Brett 4 konnten in der ersten Runde punkten. Die anderen Spieler ließen zu viele Chancen liegen, wurden teils nach klarem Vorteil ausgekontert oder trafen in entscheidenden Momenten die falsche Wahl. Die hohe Niederlage entsprach nicht dem eigentlichen Spielverlauf, zeigte aber, dass selbst kleine Unachtsamkeiten auf diesem Niveau dramatische Folgen haben.
Die Hoffnung auf Besserung im zweiten Spiel gegen die Schachfreunde Dettingen zerschlug sich. Das Duell gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, eigentlich ein wichtiges „Vier-Punkte-Spiel“, endete mit einer knappen 3,5:4,5-Niederlage – und damit mit dem Absturz auf den letzten Rang.
Merkwürdig gehemmt starteten die Weschnitztäler in die Partie, wobei drei Niederlagen von Heiko Schneider, Babak Arani Far und Steve Schiffer an den Brettern 4, 5 und 8 die Dettinger verdient mit 4:1 in Führung brachten. Zu diesem Zeitpunkt hatten Sergey Galdunts am Spitzenbrett und Paulus Wohlfart (an Brett 6) Unentschieden gespielt. Paulus Wohlfart, der schon früh in der Partie sich selbst in große Bedrängnis manövrierte, konnte am Ende nur mit viel Geschick und noch viel mehr Glück die Partie noch retten. Das Team kämpfte sich durch einen Sieg von Georg Legde (Brett 2) nochmals heran, wobei hier an diesem Tag ausnahmsweise klar wurde, wie eine Partie vom Anfang bis Ende optimalerweise laufen kann. In der entscheidenden Phase wiederholten sich die Muster aus dem ersten Mannschaftspiel: Christian Böhmer (Brett 3) stand gegen seinen sehr erfahrenen Gegner immer etwas schlechter. Nach einem schweren Patzer seines Gegners in beidseitiger Zeitnot erreichte er jedoch die mit Figurenplus die Zeitkontrolle. In der Folgephase hatte er bei wieder vorhandener deutlicher Bedenkzeit zweimal eindeutige Gewinnchancen und musste sich dennoch mit einem Remis zufriedengeben. Damit war die Manschaftsniederlage klar und es nützte wenig, dass Michael Wrede am Brett 7 ein Geduldsspiel, in dem er immer besser stand, erfolgreich zum Sieg führen konnte.
Es ist Zeit für einen Weckruf, das Fazit nach zwei Runden ist eindeutig: Die Freibauern agieren auch saisonübergreifend unter ihrem Normalniveau, während die Gegner bissiger und effektiver die entscheidenden Momente nutzen. Einziges Glück im Unglück ist, dass das nächste Ligaspiel erst in knapp vier Wochen ansteht. Diese Zwangspause kann die Mannschaft nutzen, um mehr Verantwortung für das eigene Spiel und Vorbereitung zu übernehmen und an den individuellen Stellschrauben für höhere Trainingsintensität und bessere Konzentration zu drehen. Die Mannschaft muss jetzt ein Zeichen setzen, um den Fehlstart zu korrigieren und nicht schon frühzeitig tief in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.
und hier noch die gute Partie von Georg:

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