| Spielbericht | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Brett | Freibauer Mörlenbach 1 | SK Marburg 1 | Brettpunkte | ||
| 1 | Galdunts, Sergey | 2316 | Zienert, Richard | 2312 | 1:0 |
| 2 | Legde, Georg | 2276 | Alber, Horst | 2249 | 0:1 |
| 3 | Böhmer, Christian | 2121 | Rolle, Eric | 2118 | 0:1 |
| 4 | Schneider, Heiko | 2171 | Henrich, Thomas | 2167 | ½:½ |
| 5 | Arani Far, Babak | 2096 | Sreeramulu, Aarush | 2063 | 0:1 |
| 6 | Dr. Wohlfart, Paulus | 2037 | Duncker, Joachim | 2109 | ½:½ |
| 7 | Schäfer, Michael | 2030 | Schäfers, Andreas | 1997 | 0:1 |
| 8 | Dr. Wrede, Michael | 2137 | Dubinker, Philipp | 1902 | 1:0 |
| Gesamtergebnis | 3,0:5,0 |
Das war leider nichts. In der 8. Runde der Hessenliga müssen wir uns den Schachfreunden aus Marburg mit 3-5 geschlagen geben. Marburg ist an diesem Sonntag die bessere Mannschaft und holt sich verdient den Sieg, auch wenn es natürlich (wie immer) Phasen gab, wo man auf ein besseres Ergebnis hoffen konnte…
Es geht schlecht los mit einer schnellen Niederlage von Babak an Brett 5, der gegen einen mir bisher unbekannten, aber offensichtlich sehr spielstarken Inder bereits in der Eröffnung in einem Nimzoinder mit Schwarz in eine passive Stellung gerät. Der Versuch, sich mittels eines Bauernopfers zu entlasten, führt leider nur zu einer verlorenen Stellung und so liegen wir schon relativ früh 0-1 hinten. Und so richtig toll sieht es zu diesem Zeitpunkt an keinem Brett aus, vielleicht mit Ausnahme meiner Partie, denn ich habe meinen alten Widersacher Horst Alber, mit dem ich schon oft die Klingen gekreuzt habe, im Königsinder in eine schlechte Stellung manövriert. Aber ich verpasse mehrere Möglichkeiten, klaren Vorteil zu bekommen, um dann innerhalb von 3 Zügen die Stellung komplett wegzuwerfen. Den Schluss erledigt Horst dann in schöner Angriffsmanier:
Immerhin hat zu diesem Zeitpunkt Sergey an Brett 1 gewonnen. Gegen den allzu passiven Aufbau seines Gegners Richard Zienert in der spanischen Partie stellt er geduldig erst einmal alle Figuren auf die richtigen Felder und startet dann eine klassische Attacke im Zentrum:
Eine weitere gute Nachricht kommt von Brett 8: Michael Wrede gewinnt in gewohnter Manier. Nach einer Eröffnung, die bei einem Positionsspieler wie mir nur Gliederschmerzen auslöst, für Michael, der Chaos liebt, aber genau das Richtige ist, beginnt er seinen Gegner langsam, aber sicher zu überspielen. Nach einer kleinen Taktikorgie lichtet sich der Staub und Michael hat in einem Springerendspiel einen Mehrbauern plus schlechte schwarze Bauernstellung, was er locker zum Gewinn verwertet. Starke Sache!
Leider ist es das aber auch schon an guten Nachrichten. Michael Schäfer spielt die Eröffnung schlecht und hat schon nach 15 Zügen kompensationslos einen Bauern weniger. Anschließend fummelt er an seinem Gegner allerdings so lange herum, bis dieser nervös wird und zulässt, dass sich schwarze Schwerfiguren auf der weißen Grundreihe versammeln und unerwartet Drohungen aufstellen. Michael könnte dann ein Dauerschach geben… und jagt stattdessen unter Figurenopfer einem Matt hinterher, welches sich leider als Fata Morgana entpuppt. Der weiße Monarch sucht sich ein ruhiges Plätzchen auf h6 und Schwarz steht mit leeren Händen da… 1-0
Eine weitere Null muss dann Christian Boehmer vermelden, der nach eigenem Bekunden von Eric Rolle positionell überspielt wird. Christian kommt mit der trockenen Italienisch-Stellung nicht zurecht, steht schnell passiv, tauscht dann ohne Not einen wichtigen Läufer und wird anschließend langsam aber sicher ausgedrückt.
Die beiden verbleibenden Partien enden nach langem Kampf remis. Paulus hat im angenommenen Damengambit nach einem Fehler seines Kontrahenten Achim Duncker im Endspiel unerwartete Gewinnchancen, mit einem Mehrspringer kämpft er allerdings gegen zwei verbundene und vorgerückte Freibauern a+b. Es wird interessant sein, was der allwissende Computer zu der Stellung sagt. Paulus findet jedenfalls keinen Gewinnweg. Beide Seiten bekommen eine neue Dame und Schwarz gelingt es rechtzeitig, mit seiner Dame die letzten weißen Bauern zu beseitigen – unentschieden.

Bei Heiko kommt ein Sizilianer aufs Brett, bei dem er (nach meiner unmaßgeblichen Meinung) die Eröffnung ein wenig versaubeutelt. Aber es entsteht ein interessantes damenloses Mittelspiel, in dem Schwarz eine Qualität für zwei Bauern opfert. Gefühlt hat Heiko zwischendurch Vorteil, aber für qualifizierte Auskünfte fragen sie ihren Arzt oder ihren Apotheker. Am Schluss ist es jedenfalls remis und wir haben leider den Wettkampf verloren.
Quo vadis? Wir stehen nach 8 Runden bei 8 Punkten. Das wird noch nicht sicher für den Klassenerhalt reichen, weil völlig unklar ist, wie viele Mannschaften absteigen; die Hessenliga wird nach dieser Saison auf 10 Mannschaften verkleinert, weshalb theoretisch bis zu 5 (!) Absteiger möglich sein sollen. In der nächsten Runde am 8. März spielen wir gegen Eppstein, die aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen und unbedingt gewinnen müssen. Umgekehrt: Gewinnen wir, sind wir raus der Gefahrenzone. Es heißt also Daumen drücken am 8. März…
2 Antworten zu „Hessenliga: 3:5 gegen Marburg – das rettende Ufer ist noch nicht erreicht!“
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Wo ich gerade das Bild betrachte, verstehe ich erst, wie interessant die Partie von Heiko gewesen sein muss 🙂
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Schöner und guter Bericht!

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