Miniserie der Freibauern hält auch im neuen Jahr – Freibauern gewinnen ihr Heimspiel in der Hessenliga gegen Schachforum Darmstadt

Als erste der fünf Mannschaften startete gestern die erste Mannschaft des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau in das neue Jahr. Im Heimspiel traf das Team auf den Verbandsligaufsteiger Schachforum Darmstadt. Nach ausgeglichenem Beginn setzten sich die Freibauern am Ende klar mit 5,5 : 2,5 durch, auch wenn der Endstand nicht vollständig widerspiegelt, dass die Darmstädter lange gut mithielten. Am Vorabend hatten die Gäste noch Sorge, ob sie angesichts der widrigen Witterungsbedingungen überhaupt nach Mörlenbach ins Bürgerhaus anreisen könnten. Letztlich stellte dies jedoch kein Problem dar, sodass der Wettkampf mit nur geringer Verzögerung beginnen konnte.

Der Kampf startete eher verhalten, da einige bewährte Punktesammler sich früh auf Remis einigten. In der Partie von Christian Böhmer gegen Mathias Eck an Brett 3 dauerte es keine 15 Minuten und nur wenige Züge, bis auf Vorschlag von Mathias Eck die Punkteteilung vereinbart wurde. An Brett 6 ging Mannschaftsführer Paulus Wohlfart im Duell mit Timo Wiesesiek mit den weißen Steinen in eine theoretisch gut vorbereitete Variante und geriet nach rund einer Stunde leicht in Nachteil. In der konkreten Situation entschied er sich für das Remisangebot seines Gegners. Etwas überraschend für die Zuschauer kam das Unentschieden nach knapp zwei Stunden Spielzeit am Spitzenbrett zustande, an dem die Freibauern große Erwartungen in Sergey Galdunts gesetzt hatten. Gegen den umsichtig verteidigenden Sebastian Gramlich hatte sich zu diesem Zeitpunkt kein Vorteil ergeben, sodass beide Spieler in einer ausgeglichenen Stellung die Punkteteilung vereinbarten.

Im weiteren Verlauf kippte der Mannschaftskampf zugunsten der Heimmannschaft, die sich insgesamt etwas routinierter zeigte und auch kritische Momente gut abfing. Michael Schäfer hatte an Brett 8 gegen Bernd Seehaus eine Qualität gewonnen, musste dafür jedoch eine etwas unsichere Königsstellung in Kauf nehmen. Über eine dreimalige Stellungswiederholung sicherte er schließlich ein Remis. An Brett 2 traf Georg Ledge auf den hartnäckig verteidigenden Thibaud Liard. In einem damenlosen Mittelspiel gewann Georg zwar zwischenzeitlich einen Bauern, konnte diesen materiellen Vorteil jedoch nicht dauerhaft festhalten, sodass auch hier aus einer noch nicht schlechterenStellung heraus ein Unentschieden vereinbart wurde.
Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass Peter Dittmar an Brett 5 gegen Kai Gersmann einen sehr guten Tag erwischt hatte. Mit einem präzisen Turmmanöver zwang er den bereits kurz rochierten gegnerischen König zurück in die Brettmitte. Nach einem wohl überlegten Turmopfer und mehreren forcierten Zügen, die aber am Brett erstmal gefunden werden mussten, gewann er entscheidend Material und zwang seinen Gegner zur Aufgabe.

Alles sah zu diesem Zeitpunkt für einen günstigen Wettkampfverlauf für die Freibauern aus. Dann entwickelte sich jedoch ein ausgesprochen spannendes Drama in der Partie von Heiko Schneider gegen Uwe de Reuter an Brett 4. Heiko Schneider erspielte sich zunächst deutlichen Vorteil mit anhaltendem Königsangriff, stellte dann jedoch einen Turm ein und verlor in der Folge weiteres Material, sodass de Uwe de Reuter klar auf Gewinn stand. In zunehmender Zeitnot fand der Darmstädter jedoch nicht eine Reihe von sicheren Fortsetzungen und übersah schließlich eine kleine taktische Wendung, die in einem überraschenden Matt für Heiko mündete.
Im Gegensatz zu diesem sehr wechselhaften Geschehens spielte Michael Wrede an Brett 7 mit Schwarz gegen Felix Pennig eine solide und gut durchdachte Partie. Zwischenzeitlich wirkte seine Königssicherheit mit einem König in der Brettmitte etwas prekär, doch ein präzise herbeigeführte Damentausch leitete in ein günstiges Endspiel mit Mehrbauern über. Dies verwertete Michael technisch sauber gegen einen sich noch lange verteidigenden Gegner zum vollen Punkt.

Der Endstand von 5,5 : 2,5 für die Freibauern war am Ende des Spieltages verdient, spiegelt jedoch nicht vollständig die engagierte Gegenwehr der Darmstädter wider. Mörlenbach-Birkenau baut damit eine Miniserie von fünf Spielen in Folge ohne Niederlage aus und hat sich nach einem schwierigen Saisonstart inzwischen in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Nach sieben von elf Runden bleibt die genaue Einordnung des Resultats noch offen, zumal zwei der sechs Hessenligabegegnungen des Wochenendes abgesagt und auf den 25. Januar verschoben wurden.

Abschließend gilt ein besonderer Dank der Gemeinde Mörlenbach dafür, dass die Mannschaft trotz des zeitgleich stattfindenden Neujahrsempfangs die gewohnte Spielstätte im Bürgerhaus ohne größere Störung nutzen konnte. Ebenso dankt die Mannschaft den Helfern aus dem Schachverein, die mit ihrem Einsatz bei der Bewirtung zu einem gelungenen Spieltag beigetragen haben. Mit Blick auf die Zukunft bleibt der Wunsch, dass weitere Vereinsmitglieder zeitnah eine Schiedsrichterlizenz erwerben, damit Mehrfachbelastungen wie bei Paulus Wohlfart offensichtlich reduziert werden und der Fokus für alle Beteiligten stärker auf dem Schachspielen liegen kann.

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