Heute war es so weit: Die letzte Runde unseres Schachturniers am malerischen Tegernsee stand an. Der ungewöhnliche Start um 10:00 Uhr stellte den gewohnten Tagesrhythmus der letzten acht Tage komplett auf den Kopf. Während an der Spitze des Feldes noch verbissen um jeden halben Punkt gerungen wurde, sah man bei vielen der über 500 Teilnehmern, die noch eine weite Heimreise vor sich hatten, eine gewisse Entspanntheit – oder den Wunsch nach einer schnellen Remis-Entscheidung, der häufigste Partieausgang an diesem Tag.
Christians Glanzleistung
Die große Ausnahme in unserer Gruppe bildete Christian Böhmer. Sein Gegner, ein 15-jähriges norddeutsches Talent, wollte natürlich selbst die bestmögliche Endplatzierung erreichen, was einen Kampf bis zum Schluss garantierte. Wie erwartet kam die Grünfeldindische Verteidigung aufs Brett, die Christian mit beeindruckender Präzision und Tiefe meisterte. Über die gesamten vier Stunden der Partie konnte sich keiner der Kontrahenten einen entscheidenden Vorteil erspielen. Hut ab vor Christians Riesenleistung! Dieses Remis in der letzten Runde krönte ein fantastisches Turnier, das nicht nur mit einem vorderen Platz belohnt wurde, sondern auch mit einem deutlichen Zuwachs an ELO-Punkten. Ein toller Erfolg!
Peters Pech im Endspurt
Leider kein glückliches Händchen an diesem letzten Tag hatte Peter Klings. Er investierte sehr viel in seine Partie, opferte zunächst einen Bauern für die Initiative, geriet aber im weiteren Verlauf peu à peu ins Hintertreffen und konnte die Partie nicht mehr drehen. Seiner Heimreise zurück in die Schweiz, genauer gesagt nach St. Gallen, hätten wir einen besseren Abschluss gewünscht, aber sein Engagement im gesamten Turnier war dennoch großartig.
Der Autor wählt die sichere Variante
Was mich betrifft, möchte ich über meine Partie den Mantel des Schweigens hüllen. Mein Gegner zeigte keinerlei Schwächen aber auch keine Neigung gewinnen zu wollen. Mir fehlte nach dem langen vergeblichen Kampf im Endspiel am Vortag, nochmals die Kraft zum neunten Mal über eine ähnliche Distanz zu gehen. Die Partie war nicht schön und bestand aus einer Ansammlung von Zügen. Kleines Schmankerl am Ende: Neben Christian erhielt ich als zweiter Freibauern in diesem Turnier den Tagespreis für die schönste Tagespartie (allerdings aus der fünften Runde). Das Bild zeigt mich bei der Übergabe des Preises durch den „Turnierdirektor-Riesen“ Sebastian Siebbrecht. Die Chessbase Video DVD stifte ich als Preis für den besten Jugenglichen (U25) bei unserem demnächst startenden Vereinsturnier.

Fazit: Ein wichtiger Meilenstein
Abseits der Ergebnisse brachte dieses Turnier am Tegernsee für uns drei mit neun teilweise oder fast immer langen Runden eine intensive Prüfung, die uns wertvolle Erfahrungen gebracht hat, quasi wo wir stehen, und wo wir uns verbessern können. Genauso wichtig waren aber auch die gemeinsamen Unternehmungen und der rege Austausch. Die Atmosphäre, die Konkurrenz und die malerische Umgebung haben das Turnier zu einem Highlight gemacht. Wenn nichts dazwischenkommt, lautet das klare Ziel: Wir kommen nächstes Jahr gerne zurück!

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