Jetzt spielen wir schon länger als eine Woche, jeden Tag eine Partie, und trotzem gibt es nochmals eine Neuerung: Ein Freibauer siegt doppelt! Wie das erfahrt ihr hier in diesem möglicherweise letzen Beitrag vom Tegernsee-Open. Die Zeit ist knapp. Gleich geht um 10:00h noch in die letzte Runde.
Der Reihe nach: Jeden Tag wird kurz vor der Start ein Preis für die schönste Partie des Vortags mit großem Tamtam verlieren. Und der Sieger ist Christian! Wo ist Christian, fragt der Turnierdirektor. Christian ist noch unterwegs auf seiner Vespa. Also wird die Preisverleihung irgendwann still und heimlich nachgeholt:

Beide kennen sich aus früherern NRW Tagen sehr gut, entsprechend herzlich ist die Preisverleihung. Christian hatte sich diesen Preis redlich verdient, auch für seine sehr schöne Partie, aber aucn für sein couragiertes Spiel über das ganze Turnier.
Danach geht es zur Sache und für Christian wird es erstmal sehr mulmig. Sein junger, starker Gegenüber überspielt ihn in der Eröffnung. https://s3.chess-results.com/PartieSuche.aspx?art=36&id=6177169. Christian am Rande einer Niederlage macht das aber taktisch sehr geschickt. Er bietet dem Gegner verschiedene Möglichkeiten an, und hoppla, auf einmal wird auch sein Gegenüber unsicher. In beiderseitiger Bedenkzeitknappheit kontert Christian am Ende eiskalt und gewinnt gegen einen konsternierten Gegner, der die Welt nicht mehr versteht. Doppelt gepunktet an diesem Tag.
Peter Klings wird auch in seiner Haus- und Magenvariante mit Schwarz in der Eröffnung überrascht, verteidigt sich umsichtig, am Ende einigen sich beide auf Remis, als sein Gegner mit Dame gegen zwei Türme fast ins Dauerschach gezwungen wird.
In meiner Partie sitze ich von Anfang an neben mir und schaue mir tatenlos zu, wie ich Züge mache gegen jegliche Vernunft. Mein Gegner erwidert im orthodoxen Damengambit mit der a6-Variante, die hatte er zuvor noch nicht offiziell gespielt, aber so passiert das eben hier. Allerdings spielt er für meinen Eindruck merkwürdig, aber es gibt ja noch mich. Ich helfe kräftig mit. Mit etwas Glück kann ich in ein Doppelturmendspiel abwickeln, das am Ende in ein einfaches Turmendspiel mit Mehrbauer übergeht. Allerdings alle Bauern auf einer Seite und wahrscheinlich so, dass die Gewinnaussichten minimal sind. Ich versuche es insgesamt 5 Stunden und 70 Züge, dann ist das Remis unvermeidlich.
Gleich geht es um 10:00h in die letzte Runde fast zeitgleich zum Spiel unser Bezirksmannschaften, die um 9 Uhr anfangen. Viel Glück an alle Freibauern, die heute spielen!

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