
Die Jugendliga im Schachbezirk Bergstraße verläuft in weiten Teilen parallel zu den Mannschaftswettkämpfen der Erwachsenen – mit leicht versetztem Zeitplan, damit die Jugendlichen auch dort zum Einsatz kommen können. Nun fanden in Bensheim die fünfte und sechste, also die beiden letzten Runden, gemeinsam für alle Teams statt. Mörlenbach-Birkenau I wurde dabei seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht: In der fünften Runde gab es ein glattes 4:0 gegen Bickenbach II, und im abschließenden Duell gegen eine starke Mannschaft aus Fürth folgte nach langen und spannenden Partien ein 3:1. Damit war Historisches geleistet – zum ersten Mal in der Geschichte dieses Jugend-Wettkampfformats ging der Gesamtsieg an eine Mannschaft des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau. Auf diesen Erfolg haben Trainer und junge Spieler über Jahre hingearbeitet – und nun wurde die Geduld und Kontinuität endlich belohnt.
Auch die zweite Mannschaft der Weschnitztäler, in der vor allem neue Talente erste Erfahrungen sammeln, zeigte zum Abschluss eine starke Teamleistung. In der Aufstellung Nikol Kareva am Spitzenbrett, gefolgt von Daniel Ivzenko (Mannschaftsführer), Lionel Richter und Henry Thiemann erkämpfte das Quartett ein verdientes 2:2 gegen die SG Bensheim II. Alle vier spielten konzentriert und mit großem Einsatz. Besonders hervorzuheben ist Nikol Kareva, die selbst in kritischen Phasen einen kühlen Kopf behielt. Mit dem siebten Platz unter neun Teams erreichte die Mannschaft ein respektables Ergebnis und bewies, dass beim Schachclub Mörlenbach-Birkenau möglicherweise eine nächste Generation bereits motiviert in den Startlöcher bereitsteht.

Auf dem Mannschaftsfoto der „zweiten“ Nachwuchsmannschaft sind (von links nach rechts) Lionel Richter, Nikol Kareva und Daniel Ivzenko zu sehen. Es fehlen Henry Thiemann und Nico Fertig, die ebenfalls zu den wichtigen Stützen des Teams zählen.

Nikol Kareva behielt am Spitzenbrett von Mörlenbach-Birkenau 2 auch in kritischen Situation einen kühlen Kopf
Nun aber zu den neuen Champions: Nach der Vormittagsrunde war der Gesamtsieg bereits zum Greifen nah. Der engste Verfolger, der SK Fürth, lag mit drei Punkten Rückstand schon deutlich zurück und konnte Mörlenbach-Birkenau I selbst im direkten Duell nicht mehr gefährlich werden. Doch das hinderte beide Teams nicht daran, in der Schlussrunde noch einmal alles zu geben. Am vierten Brett brachte Johanna Jakob den SK Fürth durch einen schön herausgespielten Sieg in Führung. Gegen David Hering nutzte sie in einem ausgeglichenen Turmendspiel Ungenauigkeiten von David konsequent aus – die einzige Niederlage, die unsere Mannschaft an diesem Tag hinnehmen musste.

Der SK Fürth (linke Reihe) spielte mit einer starken Jugendmannschaft auch gegen die Favoriten aus Mörlenbach-Birkenau furchtlos auf. Zu diesem Zeitpunkt waren sie durch ein Sieg von Johanna Knapp am vierten Brett 1:0 in Führung gegangen.
An Brett drei erlebte Franz May zunächst einen Schreckmoment, als er früh eine Figur einfach einstellte. Doch Franz kämpfte sich mit bemerkenswerter Nervenstärke zurück, fand präzise Züge und drehte das Blatt noch zu einem vollen Punkt. Allerdings ähnelte seine Partie etwas einer Achterbahnfahrt, weil er auch in Gewinnstellung dem Gegner Chancen auf Gegenspiel überliess. Luke Felgendreher sicherte am zweiten Brett mit konzentriertem ruhigem Positionsspiel einen weiteren Sieg: Er nutzte in einer materiell ausgeglichener Stellung die Schwächen in der gegnerischen Stellung auf den weißen Feldern konsequent aus. Insgesamt zeigte er eine reife Partieanlage und lieferte sichere Punkte. Am Spitzenbrett lieferte sich Jakob Müller mit Myroslav Kostenko schließlich ein langes, nervenaufreibendes Duell. Beide spielten geduldig und auf hohem Niveau, während alle anderen Partien längst beendet waren und die Zuschauer gespannt auf den letzten Zug des Turniers warteten. Mehrfach schien Jakob den Durchbruch zu schaffen, doch Myroslav verteidigte sich zäh. Schließlich entschied, wie so oft, der vorletzte Fehler – und Jakob gewann nach einer langen, intensiven Partie durch unerschütterliche Konzentration und Präzision.

Die Partie zwischen Jakob Müller (rechts) und Myroslav Kostenko (links) ging in die Verlängerung und war ab diesem Zeitpunkt von vielen Spielern und Zuschauern dicht umlagert, da sie zeitlich die einzige noch laufende Partie war. Beide Kontrahenten spielten bis zum Ende hochkonzentriert und schenkten sich nichts

Das Bild der siegreichen Mannschaft von Mörlenbach-Birkenau-1 kurz nach der Siegerehrung, von links nach rechts Luke Felgendreher, Franz May, Jakob Müller und David Hering. Auf dem Bild fehlen Fritz May und Benjamin Öhlschläger, die in den beiden Schlussrunden pausierten.
Ungeschlagen mit 12:0 Mannschaftspunkten und beeindruckenden 23 von 24 möglichen Brettpunkten errangen die Jugendlichen des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau einen historischen Erfolg: Zum ersten Mal geht der Titel der Bezirksjugendliga an unseren Verein – ein Meilenstein, der die Nachwuchsarbeit der letzten Jahre in den Fokus und sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Der Erfolg war nur möglich, weil alle Spieler in dieser Mannschaft zwar alleine spielen, vieles aber in ihrer Freizeit und bei den Schachaktivitäten gemeinsam erleben.
Ein herzlicher Dank gilt dem umsichtigen Bezirksjugendleiter Sascha Iffland, der die Turnierleitung übernommen hatte, sowie der SG Bensheim für die ausgezeichneten Spielbedingungen bei den Schlussrunden. Von Seiten des Vereins geht der Dank an Aljoscha Hauck, der beide Mannschaften als Jugendleiter im Verein hervorragend managed und nicht zuletzt an alle Eltern, die mit Fahrdiensten, Betreuung und Unterstützung während der gesamten 5 Spieltage im Hintergrund diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben. Dieser Titel gehört damit nicht nur den Spielern, sondern der ganzen Mörlenbach-Birkenauer Schachgemeinschaft.
Schlusstabelle:

Ein Kommentar zu „Saisonabschluss der Jugendliga im Schachbezirk Bergstraße – ein historischer Erfolg für die Jugend des Schachclubs Mörlenbach-Birkenau“
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Herzlichen Glückwunsch an alle! Toll was ihr geleistet habt. Der Bericht ist auch super!

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